Gebrauchtwagen: Laufende Kosten berechnen

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens müssen Sie neben dem Kaufpreis auch die laufenden Kosten einplanen: Kraftstoff oder Ladestrom, Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Verschleiß und Reparaturen. Teilen Sie die geschätzten Jahreskosten durch zwölf, um den Monatsdurchschnitt zu berechnen.

Rechnen Sie möglichst mit den Daten des konkreten Autos und Ihrer jährlichen Fahrleistung. Für eine umfassende Kostenrechnung berücksichtigen Sie auch Kaufpreis, Wertverlust und Finanzierung. Diese Posten zählen nicht zu den laufenden Unterhaltskosten.

Diese Kosten gehören in die Rechnung

Addieren Sie die jährlichen Ausgaben, die durch Nutzung und Besitz des Autos regelmäßig anfallen. Dazu gehören Kraftstoff oder Strom, Versicherung und Steuer. Ergänzen Sie Wartung, Reifen und Verschleiß sowie einen eigenen Puffer für ungeplante Reparaturen. Parkgebühren oder ein gemieteter Stellplatz kommen hinzu, wenn sie für Sie anfallen.

Die Kosten für die Hauptuntersuchung (HU), Reifen und Werkstattarbeiten können Sie einzeln aufführen oder unter Wartung und Werkstatt zusammenfassen. Entscheidend ist, dass Sie keine Ausgabe doppelt zählen. Einmalige Kauf- oder Zulassungskosten gehören dagegen nicht zu den laufenden Kosten.

Kostenposten Jahresbetrag Monatlicher Durchschnitt
Kraftstoff oder Ladestrom € pro Jahr Jahresbetrag ÷ 12
Kfz-Versicherung € pro Jahr Jahresbetrag ÷ 12
Kfz-Steuer € pro Jahr Jahresbetrag ÷ 12
Wartung, Verschleiß und Reifen € pro Jahr Jahresbetrag ÷ 12
Rücklage für Reparaturen selbst festgelegter Betrag pro Jahr Jahresbetrag ÷ 12
Parken und weitere regelmäßige Ausgaben € pro Jahr Jahresbetrag ÷ 12
Summe Jahreskosten insgesamt Summe ÷ 12

Die Rechnung lautet damit: Monatliche Unterhaltskosten = jährliche laufende Kosten ÷ 12. Das Ergebnis ist ein Durchschnitt. Einzelne Monate fallen teurer aus, etwa wenn eine Inspektion, ein Reifenkauf oder eine Reparatur ansteht.

Kraftstoff oder Ladestrom berechnen

Für einen Benziner oder Diesel benötigen Sie den Verbrauch pro 100 Kilometer, Ihre jährliche Fahrleistung und den angesetzten Preis pro Liter:

Jahreskosten Kraftstoff = Verbrauch in l/100 km × Jahreskilometer ÷ 100 × Preis pro Liter

Setzen Sie Ihre Werte in die Formel ein, um die jährlichen Kraftstoffkosten zu berechnen. Teilen Sie das Ergebnis durch zwölf, um den monatlichen Durchschnitt zu erhalten.

Die Formel berechnet die Kosten anhand Ihrer Angaben. Künftige Preise sagt sie nicht voraus. Setzen Sie den aktuellen Preis und den Verbrauch des betreffenden Autos ein. Der tatsächliche Verbrauch hängt auch von Fahrweise und Einsatz ab. Für ein Elektroauto setzen Sie in dieselbe Rechnung den Stromverbrauch in Kilowattstunden je 100 Kilometer und den Strompreis ein. Wenn Sie teils zu Hause und teils an öffentlichen Ladesäulen laden, rechnen Sie die jeweiligen Kosten getrennt.

Versicherung und Steuer genau ermitteln

Bei der Kfz-Versicherung ist ein persönliches Angebot aussagekräftiger als ein Durchschnittswert. Der Beitrag richtet sich unter anderem nach Fahrzeugtyp, Wohnort, jährlicher Fahrleistung, schadenfreien Jahren und den eingetragenen Fahrern. Holen Sie deshalb Angebote für genau das Auto und Ihre Situation ein. Prüfen Sie, welcher Schutz zu Ihrer Situation passt; das Alter des Autos allein legt die passende Versicherungsart nicht fest.

Berechnen Sie auch die Kfz-Steuer für genau dieses Auto. Sie hängt unter anderem von Antriebsart, Hubraum, CO₂-Wert und Erstzulassung ab. Hubraum und CO₂-Wert stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern P.1 und V.7. Geben Sie diese Werte in den offiziellen Rechner des Bundesfinanzministeriums ein. Bei älteren Autos sollten Sie die Daten des konkreten Fahrzeugs verwenden, statt eine Steuerformel für ein anderes Erstzulassungsdatum zu übernehmen.

Wartung und Reparaturen einplanen

Wartung und Verschleiß lassen sich besser einschätzen, wenn Sie Serviceheft, Werkstattrechnungen und HU-Berichte prüfen. Achten Sie auf den aktuellen Kilometerstand, fällige Wartungsarbeiten und den Zustand der Reifen. Eine unabhängige Prüfung vor dem Kauf hilft, absehbare Ausgaben zu erkennen. Fehlen Nachweise, bleibt die Schätzung unsicherer.

Rechnen Sie planbare Inspektionen und den Austausch von Verschleißteilen getrennt von der Rücklage für Reparaturen. Ältere oder stark gefahrene Autos können zusätzliche Reparaturen brauchen, etwa an Kupplung, Stoßdämpfern oder Starterbatterie. Legen Sie die Rücklage nach Alter, Laufleistung, Zustand und Reparaturhistorie des Autos fest. Wenn Sie noch wenig über das Auto wissen, kalkulieren Sie vorsichtig und passen Sie die Rücklage an, sobald Sie die tatsächlichen Werkstattkosten kennen.

Laufende Kosten und Gesamtkosten trennen

Die laufenden Unterhaltskosten zeigen, wie viel Geld Sie für Betrieb und Erhalt des Autos einplanen sollten. Um die gesamten Kosten des Autobesitzes zu berechnen, rechnen Sie weitere Posten dazu. Dazu zählt vor allem der Wertverlust: Ziehen Sie den erwarteten Verkaufspreis am Ende der geplanten Nutzung vom Kaufpreis ab und verteilen Sie die Differenz auf die Nutzungsmonate.

Bei einer Finanzierung hilft die monatliche Rate für die Haushaltsplanung. Sie entspricht aber nicht einfach den Autokosten: Ein Teil der Rate tilgt den Kaufpreis. Führen Sie Finanzierung, Wertverlust und laufende Ausgaben daher getrennt auf, damit Sie nichts doppelt rechnen. Der ADAC-Modellvergleich bietet eine grobe Orientierung. Er rechnet mit festen Annahmen zu Alter, Laufzeit und Jahresfahrleistung. Die Kosten Ihres eigenen Autos hängen zusätzlich von Versicherung, Zustand und Nutzung ab.